Jesus stellte ein Kind in ihre Mitte

Wochenimpuls aus dem Georgsboten Nr. 37

„Woher kommen Kriege bei euch, woher Streitigkeiten?“ fragt uns diesen Sonntag der Jakobus-Brief. Und er hat auch eine Antwort. Kurz zusammengefasst: Es ist der Ehrgeiz und die verbissene Leidenschaft, in allem immer Recht haben zu wollen. Ihr fordert, statt zu bitten. Es fehlt an Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Es mangelt uns an Sanftmut!
Deshalb stellt Jesus im Evangelium dann ein Kind in die Mitte seiner Jünger und sagt: Geht miteinander so um, wie man mit einem Kind umgeht – zumindest wenn man es gut mit ihm meint: Nehmt einander an! Lasst euch mit Liebe beschenken. A. Grün sagt:
‚Ein sanftmütiger Mensch ist anziehend für viele. Er muss Andersgläubige nicht von seiner Rechtgläubigkeit überzeugen, er hat es nicht nötig, sie zu bekehren, zu missionieren. Seine Sanftmut ist Zeugnis für Christus genug.
Wer seiner Sanftmut begegnet, begegnet Christus und wird ihn darin erkennen. Sanftmut und Barmherzigkeit sind Kriterien echter Spiritualität.
Nur wenn Menschen sanftmütig geworden sind und barmherzig mit ihren Mitmenschen umgehen, künden sie von einer Spiritualität, die christusgemäß ist.‘ (Anselm Grün: Der Himmel beginnt in dir, Das Wissen der Wüstenväter für heute, Freiburg 2002.)


Bild: Jehuda Bacon, Jerusalem: Schenkung, Kunstsammlungen Diözese Würzburg aus: Pfarrbriefservice.de