Patrozinium und 50-jähriges Weihejubiläum der Herz-Jesu-Kapelle

Feierlicher Gottesdienst war am 11. Juni

Herz Jesu Kapelle Ochsenhausen

Patrozinium und 50-jähriges Weihejubiläum der Herz-Jesu-Kapelle

Am 11. Juni feiert die Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, das Patrozinium unserer Herz-Jesu-Kapelle, bei dem wir in diesem Jahr auch den 50. Jahrestag der Weihe der Kapelle gedenken. Über die Entstehungsgeschichte der Kapelle schreibt Max Hadwiger in einem kleinen Führer folgendes: „Die heutige Kapelle, ursprünglich als moderner Zweckbau konzipiert, ist nicht der erste Gottesdienstraum an diesem Platz. Vielmehr bestand schon seit mehr als 100 Jahren ein Vorgängerbau. Eine Scheune, die an das 1884 errichtete Schwesternhaus mit Kinderschule angrenzte, war 1894 zu einer Kapelle umgebaut worden. Diese alte Herz-Jesu-Kapelle bot mit der Zeit nicht mehr genügend Raum, auch war sie auf Grund ihres schlechten Zustandes baufällig geworden und stellte zugleich ein Hindernis für den zunehmenden Verkehr auf der vorbeiführenden Bundesstraße dar. 1970 beschloss der damaliger Kirchenstiftungsrat Kapelle und Schwesternhaus abzubrechen und durch neu Gebäude, weiter von der Verkehrsstraße entfernt, zu ersetzen.

Aus Ersparnisgründen wurde bei der neuen Kapelle auf eine konventionelle Bauweise verzichtet und einer Beton-Fertigbauweise der Vorzug gegeben. Die neue Kapelle stellt von ihrem Grundriss her gesehen ein auf die Spitze gestellten Quadrat dar, besitzt also einen spitz zulaufenden Altarraum. Darüber spannt sich zeltartig das innen mit Holz verkleidete Dach.

Der Altar der neuen Kapelle wurde nach einem Entwurf des Münchner Bildhauers Prof. Josef Henselmann aus Gauinger Marmor geschlagen. Hinter dem Ambo wurde eine Kreuzigungsgruppe, die aus der Zeit um 1470 stammt und vorher in einem Seitengang der Basilika aufgestellt war, angeordnet.“

Die neuerrichtete Herz-Jesu-Kapelle wurde im Auftrag des bischöflichen Ordinariates von Rottenburg vom damaligen Stadtpfarrer, Dekan Erwin Sontag, im Advent 1971 eingeweiht. Der Altar wurde erst 1974 von Weihbischof Dr. Anton Herre geweiht. Nach 30 Jahren (2001) musste das Gebäude auf Grund beträchtliche Schäden umfassend saniert werden. In diesem Zusammenhang wurde die Decke farblich hellgefasst. Außerdem gestaltete der Enkel von Prof. Josef Henselmann, Dr. Josef Alexander Henselmann aus München, weitere Kunstwerke: Taufstein, Ambo, Oster- und Altarleuchter, die Muttergottesstatue in der Seitenkapelle (der Hl Josef kam 2008 dazu), Kreuzwegstationen und vor allem die farbliche Fassung aller Fenster mit dem Thema des Schöpfungszyklus. In der Seitenkapelle das Marienfenster, in der Beichtkapelle biblische Szenen zur Sündenvergebung und die Glasfenster mit biblischen Szenen aus dem Leben Jesu in den inneren Windfangtüren.

Im Jahr 2020, rechtzeitig zum Jubiläum, erhielt die Kapelle erstmals eine Pfeifenorgel, die vom ehemaligen Lehrerseminar in Nagold geschenkt wurde, weil sie dort nicht mehr gebraucht wurde. Orgelbaumeister Eduard Wiedenmann aus Oberessendorf überarbeitete das Instrument und versah es mit einem Gehäuse, weil es vorher lediglich in eine Nische eingebaut war.

„So entstand ein Sakralraum von eigenartiger Intimität und Spiritualität, ein Raum, der sowohl zum gemeinschaftlichen Feiern von Gottesdiensten, als auch zum persönlichen Gebet und zur gesammelten Meditation einlädt“ schreibt Max Hadwiger abschließend.

Mit einem feierlichen Gottesdienst am Herz-Jesu-Fest, am Freitag, den 11. Juni 2021, um 19.00 Uhr, gedenken wir des 50. Weihejahres unserer schönen Kapelle.